Mittwoch, 22. Dezember 2010

Weihnachten



Weihnachten

Markt und Straßen stehn verlassen,

still erleuchtet jedes Haus,

sinnend geh ich durch die Gassen,

alles sieht so festlich aus.


An den Fenstern haben Frauen

buntes Spielzeug fromm geschmückt,

tausend Kindlein stehn und schauen,

sind so wundervoll beglückt.


Ich wandre aus den Mauern

bis hinaus ins freie Feld,

hehres Glänzen,

heilges schauern!


Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,

aus des Schnees Einsamkeit

steigt wie wunderbares Singen

– oh Du gnadenreiche Zeit!


Joseph von Eichendorf


Allen eine schöne Weihnacht.


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